Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Sezzi (wohl von Secessio = Abtretung)
  • Sezzi = St. Thomas bei Bieswang
    D-5-7032-0024 Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Teile der Kirchenruine St. Thoma und Wüstung des frühen und hohen Mittelalters ("Sezzi").
    ... wohl eher aber von einem röm. domus = Haus, domuscula = Häuslein
  • Dr. M. Bacherler. Die Siedlungsnamen des Bistums Eichstätt: St. Aegid Pfarrei Raitenbuch BA. Weißenburg (nicht b. Greding).
  • HSB 45 St. Aegid W., Pf. Raitenbuch, mit Kirche S. Aegidii, 1597 St. Gilgen.
  • HSB 45: ... und endlich die bischöfl. Pf. Bechtal (Kirch. ca. l183, Margaret), zu der einst als Filialen Reuth, Wengen, Gersdorf, St. Aegid gehörten, die 1528 nach Raitenbuch eingepfarrt wurden.
  • HSB 38: Seitzenmühle (Hilpoltstein) zu Fam.-N. Seitz, fraglich, ob das urk. Sezzin - Hei 72, (a.889) Sezzi, 1Ol (a.908) Sezzin, 113 (a.918) Setzin, MB n. (a.1129) Saeze, - auf diese Mühle zu beziehen ist; vgl. ahd. saxa Stelle, Niederlassung, sez Sitz, Wohnsitz; Seitzermühle (Berngau-Neumarkt), Popp, Matr. d. B. Eichstätt 1836 verzeichnet Seitzenmühle, zu Fam.-N. Seitz.
  • Wikipedia: 889 schenkte König Arnulf der Eichstätter Kirche den bislang nicht lokalisierbaren Ort Sezzi, den Bonifatius, Willibald, Sola und auch Wunibald oft besucht haben sollen.
  • Bezirksamt Hilpoltstein von Felix Mader: Die Lage des abgegangenen Ortes Sezzi, den König Arnulf 889 dem Bischof Erchanbold von Eichstätt schenkte, kann nicht sicher bestimmt werden, ist aber an der Südgrenze unseres Bezirkes zu suchen.
  • Regesten der Bischöfe von Eichstätt: 889 Dezember 8. Augsburg.
    König Arnolf schenkt der zu Ehren des Erlösers am Ufer der Altmühl (Alimoniae) erbauten Eichstätter Kirche, in der der hl. Willibald begraben ruht, auf Bitten des Bischofs Erkenbold den Ort Sezzi (quendam locum nominatum), an dem der Bischof zur Ehre Gottes, der hl. Bonifatius und Willibald, sowie der hl. Äbte Wynnebald und Sola die diesen Ort zu ihren Lebzeiten oft besuchten, um dort zu beten, eine Kirche bauen will (ut nova institutione ad dei et sanctorum Bonifacii et Willibaldi necnon sanctisorum abbatum Wunnebaldi scilicet et Sole cultum et celebracionem ecclesiam qui [Mon. Boica: qui(a)] crebro adhuc vivi causa oracionis eundeum locum unanimiter armando frequentare noscuntur, construere merentur). Zugleich mit Sezzi schenkt der König der Eichstätter Kirche einen Teil des zum Hof Wizenburch (Weißenburg) gehörigen Forstes mit Zustimmung des Gafen Ernust, welcher zur Zeit Hof und Grafschaft in seiner Gewalt hat, und zwar innerhalb folgender Grenzen: den Weg entlang, der von Pizwangen (Biswang ö. von Pappenheim) auf der Südseite wegführt, bis zu der Quelle, die mitten im sog. Hiruzfeld (? ein Waldbezirk Hirschberg liegt nö. von Pappenheim) gelegen ist, und von da denselben Weg entlang bis Salahinfeld, sodann weiter bis Helmriheswinkel und von da an den Phal (Teufelsmauer), dann den Phal entlang nach Osten bis zur gemeinen Nordgauer Mark (in illam communem marcham Nordgaviensium, so wie der Graf bisher damit investiert war. All das geschenkte Gut sollte fortan unter demselben Bann, unter dem es bisher gestanden, zur Eichstätter Kirche gehören, so daß niemand ohne Erlaubnis des Bischofs und seiner Nachfolger darauf jagen, Holz fällen, heuen (fenum secae), die Weide nutzen oder sonst irgend eine Nutzung ziehen darf - Data VI. idus decembr. anno dominice incarnacionis DCCCLXXXVIIII., indictione VIII., anno vero II regni domini Arnolfi pissimi regis; actum Augusta civitate; in dei nomine feliciter amen. - Das Original ist seit der Überführung eines Teiles des bischöflich Eichstättischen Archivs nach Salzburg verschollen: MR. Eichstätt Hochstift Lit. no 110 e, Rubrik XXXVIII no 22 - Kopie saec. XIV MR. Eichstätt Hochstift Lit. no 14 f. 12v. - Drucke: Falckenstein, Codex dipl. Nordgav. S.14 no 8; Schütz, Codex dipl. Brandenburg. IV, S.22; ,Mon. Boica XXXI, 1, S. 130 no 62. - Reg.: Böhmer-Mühlbacher I 2 no 1840; Mon. Boica XLIX, N. F. III, S. 592 no 12 - Die Urkunde, deren Überlieferung im Kopialbuch textlich nicht fehlerfrei ist, ist in ihrer Geschraubtheit nicht leicht zu interpretieren. Es scheint auch eine Auffassung möglich, wonach - sich um den Neubau des Domes zu Eichstätt handeln würde, der durch den großen Zustrom von Wallfahrern zu diesem Heiligtum sich als notwendig erwiesen hätte (so wäre in diesem Falle die Stelle: qui cebro - noscuntor, zu deuten). Diese Auffassung war bisher die allein herrschende; vgl. namentlich Lefflad, Regesten S.6 no 43 und Böhmer-Mühlbacher I 2 no 1840. Allein abgesehen davon, daß von einen Dombau unter Erchanbald nichts bekannt ist, legt eine solche Erklärung bei genauerem Zusehen doch den Worten der Urkunde einen sprachlich unmöglichen Sinn unter; auch wollen die Patrone der Kirche, um deren Bau es sich handelt, nicht recht zum Dom in Eichstätt stimmen. - Die Identifizierung der Grenzen des geschenkten Forstbezirkes begegnet äußersten Schwierigkeiten und konnte auch durch die Forsthörden nicht wesentlich gefördert werden. Es kann sich nach der gegebenen Beschreibung anscheinend nur um ein Gebiet südlich der Teufelsmauer handeln, etwa den heutigen Schernfelder-, Workerszeller- und Raitenbucher-Forst entsprechend. Auch Sezzi kann aus diesem Grunde doch wohl nicht in der heutigen Seitzenmühle bei Hilpoltstein wiedergefunden werden, wie Mon. Boica XLIX, N. F. III S. S. 728 mit Sax, Die Bischöfe und Reichsfürsten von Eichstätt I, S. 21 annehmen; die Örtlichkeit ist wie es scheint, heute überhaupt nicht mehr zu bestimmen; ebenso ist Salahinfeld sicher nicht = Schwalfeld, Sualafeld (Mon. Boica a. a. 0. S. 724), sondern wahrscheinlich die Burgsalacher Feldflur. Helmricheswinkel identifiziert Herr Kantor Bürkler von Burgsalach nach gültiger Mitteilung des Herrn Forstassesors Fledering von Raitenbuch vielleicht nicht mit Unrecht mit der allerdings nordöstlich der Teufelsmauer befindlichen Flurlage Himmelreich. Aus dem Umstande, daß Ludwig das Kind 908 dem Bischof Erchanbald den Wildbann in der »pars foresti erga Sezzin et Affintal« verleiht (siehe unten no 101), wird man nicht folgern dürfen, daß die Grenze des 889 geschenkten Forstes der Teufelsmauer entlang soweit nach Osten lief, daß das Affental in der Schenkung noch inbegriffen war. Dieser letztere Waldbezirk lag nicht mehr in der Grafschaft des Sualafeldgrafen Ernst, sondern unterstand dem Markgrafen Engildeo vom Nordgau. Die Grenze des späteren Landgerichte Graisbach gegen das Landgericht Hirschberg lief von Schernfeld aus ziemlich hart außen um den Weissenburger Wald - jetzt Schernfelder-, Workerszeller- und Raitenbucher-Forst - herum (vgl. MR Neuburger Kopialbücher no 5)und hier sind in alter Zeit jedenfalls auch Nordgau und Sualafeld aufeinandergestoßen. Zwischen dem Weissenburger Wald und dem Affental lag sicher schon Ende des 9. Jahrhunderts der breite Streifen besiedelten und in Anbau genommenen Landes, der heute zwischen beiden liegt; denn es ist doch nicht wahrscheinlich, daß zu einer Zeit, wo die Eichstätter Kirche eine wie es scheint sehr rege Kolonisationstätigkeit ganz im Norden der Diözese entfaltete (vgl. etwa no 94, no 106 und no 447, die nächste Umgebung von Eichstätt noch unerschlossen gewesen wäre. Raitenbuch - Rehtinbooh - wird 867 erwähnt: Mon. Boica XI, S. 426 no 4; Böhmer-Mühlbacher I 2 no 1464; die hier angezogene Urkunde Ludwigs des Deutschen, betreffend eine Schenkung von zum Hof Weißenburg gehörigen Gütern innerhalb angegebener Grenzen an das Kloster Metten (bei Deggendorf), ist überhaupt für die Bestimmung der in der Urkunde Arnulfs genannten Örtlichkeiten nicht ohne Belang.
  • dto.: Zugleich verbietet er, in der Eigenmark des Klosters (in illa propria marcha predigti monasterii et in locis ...), an den Orten Itenheim, Pussenesheim, Puttinveld, Mechinloh, Chittinveld, Rammesperch (Eitensheim, Buxheim, Möckenlohe, Pietenfeld, Kittenfeld - Wüstung zwischen Breitenfurt und Ochsenfeld -, Romersberg -Waldbezirk zwischen Wellheim und Dollnstein-), in dem Teil des Forstes (parte foresti) gegen Sezzin (vgl. oben no 72 und Affintal (Waldbezirk nö. von Eichstätt) ohne Wissen und Willen des Bischofs Erchanbald und seiner Nachfolger Schweine zu mästen, Wild zu jagen, Bäume zu fällen oder sonst ein Unrecht zu verüben. - Data non. februarii anno incarnationis domini DCCCC., indictione X., regnante domino Hludovuico anno VIIII; actum Francofurt; in dei nomine amen. - Angebliches Orig. Perg.: MR. Kaiserselekt Nachtrag no 10. Das Siegel ist abgefallen.
  • Quelle Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken 1928, Band 2: Auch in das Waldgebiet nördlich der Altmühl ist die Rodungstätigkeit der Eichstätter Kirche vorgedrungen. Hier erfolgte ein breiter Durchbruch, der durch die Orte Preith, Rupertsbuch, Workerszell, Langensallach, Weígerdorf, Pollenfeld, Wörmersdorf, Seuversholz und Wachenzell bezeichnet wird. Daß es sich hier um kirchliches Kolonisationsgebiet handelt, ergibt die stattliche Zahl der darin sich findenden Zellorte, neben Wachenzell und Workerszell und dem östlich des Affentales gelegennen Rapperszell, die abgegangenen Orte Wickenzell (südlich von Workerszell und Koppenzell (westlich von Pollenfeld).
    Zell-Orte Die Zell-Orte kommen aber wohl eher von Locellus = kleiner Ort.
    Midel, Weißenhurger Heimatbücher I, S. 43, verlegt die Kolonisitionstätigkeit der Eichstätter Kirche in diesem Gebiet in die Zeit bald nach Gründung des Bistums, Winkelmann setzt sie wohl richtiger nach der großen Waldschenkung an, die König Arnulf 889 dem Bischof Erchanbald gemacht hat. {Heidingsfelder, Nr. 72) Arnulf schenkte damals dem Bischof zugleich mit dem rätselhaften Ort Sezzi (St. Thomas? abgegangen s. von Raitenbuch - oder Heiligenkreuz ?, im 12. Jahrhundert als Neuenkirchen bezeugt [Heidingsfelder Nr, 499]) einen Teil des zum Königshof in Weißenburg gehörigen Forstes innerhalb einer näher bestimmten Grenze, deren Identifizierung immer noch nicht einwandfrei gelungen ist, die aber ohne Zweifel im Osten um den heutigen Schernfelder (der prähistorischen Straße entlang, die von Bieswang auf die Flur zwischen Rothensteín und Lohrmannshof führt) und Workerszeller Forst herumführt, bei Petersbuch an den Pfahl (die Teufelsmauer) gelangt und von du den Pfahl entlang nach Osten läuft bis zur alten Nordgauer Grenze (usque ad communem marcam Nordgaviensium), etwa zwischen Hírnstetten und Pfahldorf. (Herrn Diplomkaufmann WILHELM KRAFT ist es auf Grund seiner Pappenheimer Studien gelungen, das in Reg. Nr. 72 genannte Hiruzfeld auf der Ackerflur zwischen Rothenstein und Lohrmannshof festzustellen; das eben dort genannte Salahinfeld vermutet er in der Waldabteilung Salachgrund, einer kleinen Senkung am 'Winkel' südlich des Stellschlages, der zu Langensallach gehört, und den Helmricheswinkel in der Waldabteilung 'Im Winkel' nördlich von Sperberslohe. Es ist die heutige Amtsgerichtsgrenze von Pappenheirn gegen Eichstätt.)
    Aus dem Umstand,daß Ludwig das Kind 908 dem Bischof Erchanbald den Wildbann in der spars foresti erga Sezzin et Affintal' verleiht (Heidingsfelder Nr. 101), wird man folgern müssen, daß das Affental (zwischen Buchenhüll und Rapperszell) in der Schenkung noch inbegrifen war. Inmitten des so umschriebenen Waldgebietes liegen die oben genannten Dörfer. Am frühesten bezeugt unter diesen, nämlich zum Jahre 1002, ist Ruppertsbuch (Ruotpoldespuoch [Heidingsfelder, Nr. 146]), dann 1080 Seuversholz als Sigewnsesholz (derselbe, Nr. 259), die übrigen zumeist im 12. Jahrhundert, doch sind sie sicher (vielleicht mit Ausnahme von Sappenfeld) älter. Ein Teil dieser Orte, nämlich Pollenfeld, Wörmersdorf, Workerszell, Wickenzell und Langensallach verraten wohl auch durch ihre spätere Zugehörigkeit zum Eichstätter Stadtrichteramt ihren besonderen Charakter als Eichstätter Siedelungen. Auch Buchenhüll (zuerst bezeugt 1122 [Heidingsfelder, Nr. 311]) und Sornhüll (1186 [Nr. 473]) liegen in dem besprochenen Waldgebiete. Schernfeld, südöstlich dieses Gebietes, ist 1068 zuerst bezeugt. (Heidingsfelder, Nr. 237.)
  • Die Landkreisgrenz zwischen Eichstätt und Weißenburg:
    läuft nördlich von Bieswang in Richtung B13,
    überquert diese beim Siebenkreuzhof
    schwenkt dann nach Osten bis zur Römerstrasse auf Höhe Heiligkreuz
    dann gehts nach Norden
  • Zum Dekanat Weißenburg gehören: Weißenburg, Raitenbuch, Ellingen, Pleinfeld, Stopfenheim, Pfraunfeld, St. Veit, Walting, Stirn und Fiegenstall
  • Quelle Buck: Winkel. Uraltes Grundwort. J.760 Hungerwinkel, 804 Farnuwinkel. Etwas anderes wäre ein vordeutsches *Caravinculus beim kleinen Felsen ...
  • Ziegel... Tessella = gepflasterter Weg + calo = Troßknecht + ofella = Stückchen (Erz); Vinculum = Band, Fessel; JB Secessio = Abtretung, stiller Ort; Pons: Abtretung von Hab und Gut = Bonorum cessio onis; die Zell-Orte kommen wohl von röm. Locellus = kleiner Ort.
  • HSB 45: Mittelmarterhof b. Pappenheim, 1407 Wickenmarter, 1489 Winckelmarternhoff, 1500 Mittelmarter; ma. midlmada, wohl zu mhd. mate Wiese, Grasplatz = zum mittleren Grasplatz, bzw. zum Grasplatz im Winkel (im waldumschlossenen Gebiet);