Lateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialekt

Ur-Bayerisch ist keine Variante der deutschen Sprache, sondern Latein.

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  • Fakten und Thesen. Wisse: Bayerisch ist nicht Deutsch, sondern Latein
  • Schreibweise und Aussprache im Dialekt können erheblich voneinader abweichen.
  • Vor und hinter dem Limes gibt es gleichlautende Flurnamen.
  • Hinter einem Stockacker versteckt sich ein römisches Warenlager, Bienenstock, Eierstock, Heustock ...
  • Sie schauen sich im BayernViewer (Hybrid) die Äcker von oben an und erklären mir dann, welcher der Zwerchacker sein müsste und warum ich bisher keine Zwerchwiese gefunden habe. Accera = Räucherfaß
  • Gießübel, Gießhübel etc steht für aegis + sublica = wohl ein römischer Wehrbauernhof. Der heutige Ortsname findet sich in Bayern, Franken, Schweiz, Östereich, Thüringen, Hessen und Sachsen.
  • Der Eselsweg führt von Hessen nach Bayern oder auch umgekehrt. Der Weg ist keine Gebot für Esel, sondern stammt wohl vom lat. tessella = Stein, Mosaik, gepflastete Straße ... eine Römerstraße vor dem Limes. Nein sagt das BLfD ... hier waren nie Römer.
  • Im Bayerischen Dialekt finden sich jede Menge lateinische Ausdrücke ... die Boarii und die Römer müssen sich gekannt haben. Wahrscheinlich sind die Findelkinder der Völkerwanderung gar nicht eingewandert, sondern zurück gebliebene Römer und Kelten.
  • Es gibt unwahrscheinlich viele Galgenberge, die können gar nicht alle mit Galgen bestückt gewesen sein. Höchstwahrscheinlich haben die Gallier eine "Urgöttin" dort verehrt. Denken Sie an die Venus vom Galgenberg.
  • Der Mühlberg liegt nicht neben dem Weg zur Mühle, sondern kommt wohl eher vom gall. mullach = hoch, ein Berg ist ja auch immer hoch.
  • Wenn vor dem Limes auch Römer waren, führte der FossaCarolina durch römisches Gebiet. Es wurde kein Lager Karls gefunden in dem ca. 6000 Kanalarbeiter gehaust hätten. Deshalb liegt es nahe, dass die Römer den FossaCarina gebaut haben.
  • Der Güssgraben kommt nicht vom deutschen Wassergüss sondern vom lat. aegis. Der Groom dazu stammt wohl eher vom lat. grumus = Erdhaufen am. Auch dahinter scheint sich etwas wehrhaftes wie kleine Burg oder Wehrbauernhof zu verbergen.
  • Es scheint so, als hätte mehr als die Hälfte der Flurnamen gallo-römische Wurzeln. Schlüssel dazu ist wohl immer der Dialekt, der den hochdeutsch notierten Flurnamen zugrunde liegen könnte. Die lateinischen Begriffe und Bezeichnungen der alten Römer, wurden wohl im Laufe der Jahrhunderte zu "Klang-" oder "Worthülsen", die mit "deutschen" Begriffen meist mehr oder weniger sinnvoll ersetzt wurden.
  • Standardwerk war und ist der "Schnetz". Seine wohl im wahrsten Sinne des Wortes "Blütenzeit" hatte dieses Werk von 1933 -1945. Nach dem Krieg gerieten auch die Flurnamen, da sie ja "wissenschaftlich nachgewiesen" eindeutig germanisch ja sogar arisch waren, im Zusammenhang mit dem "deutschen Wesen ..." etwas in den Hintergrund, die "wissenschaftlich" dokumentierte deutsch-völkische Abstammung jedoch blieb. Volk und Rasse.
  • Dieses Deutschtum hat wohl seine Wurzeln schon im Krieg von 1870/71. Man wollte "deutsch" und nicht "welsch " sein, man hatte den Krieg gewonnen, die Schmach war getilgt, Elsaß-Lothringen war wieder deutsch. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege firmierte in der Zeit nationaler Bedrohung unter "Bayrischer Landesverein für Heimatschutz". Der bei Dr. Buck noch zarte Ansatz mit vordeutschen, also gallischen und romanischen Begriffen bzw. Flurnamen, wurde bei Joseph Schnetz ganz einfach eliminiert auf gut deutsch fallen gelassen.
    (Joseph Schnetz (* 28. November 1873 in Wien; gest. 2. August 1952) war ein österreichischer Philologe. Er gilt als einer der bedeutendsten Namensforscher im deutschsprachigen Raum.)
    Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Onomastik wurde Schnetz 1933 zum Honorarprofessor an der Universität München ernannt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen an der Donau.
  • Mittlerweile - Stand 2008 - finden sich in meiner Datenbank mehr als 16.000 Namen von mehr als 176 (von angestrebten 500) Orten hinter und vor dem Limes. Resümee, mehr als 60% der Flurnamen, scheinen römische bzw. vorrömische Wurzeln zu haben, also vordeutsch zu sein.
  • Seit vielen Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit Flurnamen. Als Quereinsteiger in diesem Sachgebiet, bin ich vollkommen unbeeinflusst von Lehrmeinungen, sowohl in sprachlicher, als auch in geschichtlicher Hinsicht das Thema angegangen.
  • Bei der Flurnamenerfassung um 1900 haben die Erfasser etwas notiert was sie glaubten gehört zu haben. Kannten sie den Begriff gar nicht haben sie ihn erweitert oder einfach verfälscht. Bevor man nun die hochdeutschen Namen deutet, sollte man aber doch auf den möglichen Dialekt zurück greifen. Sollten aber nun mehr als die Hälfte der Flurnamen nicht römischen Ursprungs sein, würde das bedeuten, dass bereits in der "althochdeutschen" Sprache eine sehr hohe sprachliche Übereinstimmung (Normung) zwischen Oberbayern, Oberpfälzern, Oberfranken, Hessen, Sachsen usw. vorhanden gewesen sein muss um weitestgehend einheitlichen Flurnamen zu bekommen .. .
  • Diese Sprache kann eigentlich nur aus dem Althochdeutschen abstammen, da ja nach gängiger Lehrmeinung nach den Römern alles menschliche Leben und alle Kultur über Jahrhunderte erlosch. Die Völkerwanderung mit Neubesiedelung war erst später. Nachrückende "Germanen" konnten also aus dieser Sicht nicht auf vordeutsches Namensgut aufbauen.
  • Die in hochdeutsch notierte Schriftform kann und wird in den allermeisten Fällen vom Dialekt abweichen. Dazu ein Beispiel. Die Pfünzer und auch die Landershofener sind gemäß J Brönner Bayerisches Schelmen-buch von 1911 in hochdeutsch als Bretterrutscher notiert. Aus dem Brett wird im hiesigen Dialekt ein "brella". Bei einem Brellarutscher würde ich auf ein Prädolium rusticor tippen und damit auf ein römische Landgut..
  • Die Kahler haben diesen Gruben durch ihren Spitznamen "Sandhasen" sogar ein Denkmal gesetzt. Der Sandhase ist keine regional verbreitete Hasenart. Vielmehr ist damit der Ameisenlöwe gemeint, den die Kinder aus dem Dorf in den sandigen Flächen der Umgebung beim Insektenfang beobachteten, bis man sie schließlich auch "Sandhasen" rief. Die Sandhasen kommen aber sehr wahrscheinlich von den röm. ante hastati = der röm, Infanterie. (Ich war auch mal PzGren)
  • Quelle Härdl. Angesichts der Tatsache, daß kaum ernsthafte Untersuchungen über die Entlehnung lateinischer Wörter in den bairischen Dialekt vorliegen, lädt hier ein weites unbestelltes Brachfeld zur Bearbeitung ein.
  • Bei meiner ganzen Flurnamendeutung wurde keine Regel der germanistischen Sprachwissenschaften verletzt. Es gibt schlichtweg kein Werk, in dem die Übernahme aus spätrömischem Latein direkt zu Althochdeutsch bzw. Deutsch geregelt bzw. beschrieben ist.
  • Das Gwend ... nach germanistischer Sicht ein Acker auf dem beispielsweise der Pflug gewendet werden durfte. Nun stellt die Bauer-sucht-Frau die Frage, gibt es den am anderen Ende des Ackers ebenfalls ein Gwend? Weiters was macht ein Bauer in dessen dörflicher Scholle es kein Gwend gibt ?
  • Die Köschinger sind Mantelflicker und das kommt von mantellum = Gesichtsmaske + conflictor = Kämpfer
  • Die Kipfenberger Goishenga san eigentlich gaza = Landgut + negotiator = Händler
  • Der Rennsteig fusst wohl auf dem lat. renuntius = Laufbursche/Bote
  • Das alles führt langsam, aber schlichtweg zu einer Riesen-Blamage für die ganze Innung
  • Als Stammvater der Agilolfinger-Familie gilt Agilulf, dessen Lebensdaten nicht bekannt sind ... und die Residenz der Agilolfinger stand in Regensburg.
    Also wenn offensichtlich Römer in Bayern zurück blieben, dann kann das Stammhaus auch aus den Begriffen agilis = leichte, bewegliche Flotte, schnell, rasch, behende, rührig, geschäftig und glorifico = rühmen gebildet werden. Ich bin mir aber nicht sicher und bitte um den Publikumsjoker ...
    Was bedeutet folgendes Wort "Gloiffi" ...Erklärung nach Prof. Rowley:
    'Gloiffi' sagen die Leute in Oberbayern zu einem sturen oder zu einem ungehobelten Menschen. Zur Herkunft dieses Wortes gibt es mehrere Lösungen: Es könnte von den Agilolfingern kommen, eine Herrscherfamilie in Bayern im frühen Mittelalter, die im Volksmund 'Gloiffi' geschimpft wurden ... oder aber von ... wenn gemäss meinem Flurnamenfundus offensichtlich viele "Römer" in Bayern zurück blieben, dann kann die Namensherkunft des Stammhauses auch aus den Begriffen agilis classis = leichte, bewegliche Flotte; schnell, rasch, behende, rührig, geschäftig und glorifico = rühmen, gebildet werden. (Quelle: Langenscheidt Großes Schulwörterbuch) ... Unterwegs wie die alten Römer ... Man kann mit dem Dampfschiff auf der Donau fahren, mit dem Motorboot - oder auch mit der Lusoria, dem originalgetreuen Nachbau eines römischen Kriegsschiffes. 22 Meter lang, drei Meter breit und von reiner Muskelkraft betrieben.
  • Römisch sind Orts-, Spott-, Flur-, Haus/Hof-, Familiennamen und die allermeisten Wörter des berühmten bayerischen Sprachschatzes.
  • 1. Herr Professor hat seinen Doktor erworben indem er seine Quellen benannt und korrekt zitiert hat. Gleiches gilt auch für seine Kolleginngen und Kollegen der Germanistik.Man kann die korrekt erworbenen Doktortitel nicht für ungültig erklären, auch nicht posthum.
    2. Quellmaterial selber ist leider falsch, da es auf der Annahme beruht es entstamme der Althochdeutschen Welt und damit von den alten Germanen. Die mündlichen Überlieferungen basieren auf vordeutschen Sprachen nämlich Latein und älter. 3. Es gab eine Zeit in der Geschichte in der die Deutschen unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal haben wollten um sich von den Welschen abzuheben. Nachzulesen ist das im Lied der Deutschen. 1841 dichtete der demokratische Patriot Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) auf der geschichtsträchtigen Nordseeinsel Helgoland den Text für das "Deutschlandlied". 4.Nicht nur der BR hat ein Problem damit, sondern auch mehrere Unis.
    5. Warum bisher fast niemand auf diese Umstände hingwiesen hat ... mach deinen Doktor und alle werden dir uneingeschränckt jeden Schwachsinn glauben. Stimmt.
    6. Man sollte das Problem nicht weiter vertagen bzw. aussitzen wollen. Es gibt das Internet und darin schon gute Ansätze ...
    7. Ein ganz großer Deutsch-Apostel war Prof. Dr. J. Schnetz, LMU von 1933-1945. In seine Zeit wurden zarte romanische Hinweise beispielsweise von Dr. Buck und R. Vollmann eliminiert. Schönstes Flurnamenbeispiel dazu ... die deutsche Kuhflucht. Nach dem Krieg wurde das Werk von Prof. em. Dr. WA von Reitzenstein neu aufgelegt.
    8.Die Bandbreite beinhaltet Orts-, Flur-, Spott-, Haus/Hof- Familiennamen und Dialektausdrücke
    9. Nur im Dialekt ist die Trennung zwischen Vulgärlatein und Althochdeutsch merkbar.Dialekt kann man nicht erlernen, man muss ihn erleben um ihn zu verstehen. Zwischen einem hochdeutschen Bretterrutscher und einem mundartlichen Brella-ruddscha liegen zwei Welten, nämlich eine deutsche und eine römische.
  • Rupert Stadler
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